Das Copyright aller Werke auf diesem Server liegt bei dem Verein "Spezial-Mosaik-Club" vertreten durch seinen Vorstand.

Der Mosaikkanarienvogel als Schauvogel

Die Eigenschaft "Mosaik" die durch Genintroduktion vom Kapuzenzeisig auf den Kanarienvogel übertragen wurde, zeigt sich durch eingegrenzte Fettfarbareale, die bei beiden Geschlechtern aus einer Linie unterschiedlich ausfallen. Letzteres muß deutlich festgestellt werden, da Weibchen aus der Zucht auf ideale Typ II. Hähne und solche Hähne aus der Zucht auf ideale Typ I. Weibchen sich durchaus ähneln können. Somit wird auch deutlich, daß man bei der Zucht auf den Standard zwei verschiedene Linien züchten muß, auf der einen Seite die ideal gezeichneten Weibchen des Typ I. und auf der anderen Seite die ideal gezeichneten Hähne des Typ II. Die Aspekte dieser Zucht auf die jeweiligen Idealtypen wird gesondert behandelt.

Im wesentlichen entstehen die eingegrenzten Farbareale durch eine Verdrängung der Fettfarbe aus dem oberen Teil der Feder und daher aus dem Sichtbild des übrigen Gefieders, wogegen innerhalb der Farbareale die Fettfarbe mehr oder weniger bis zur Federspitze reicht.

Bei genauer Untersuchung von Mosaikvögeln des Typ II. und insbesondere ihres Untergefieders zeigt sich deutlich, daß jene Zonen die frei von Fettfarbe sind, lediglich so erscheinen, weil die Fettfarbe in den unteren Teil der Feder abgedrängt ist. Diese Abdrängung ist beim Typ I. wesentlich stärker, so daß hier teilweise keinerlei Fettfarbe im gesamten Federbereich einer Feder außerhalb der Fettfarbareale ausgemacht werden kann.

Die Abdrängung der Fettfarbe bezieht sich jedoch keineswegs nur auf das Kleingefieder. Während im Schaugefieder durch spezielle Fütterungsmethoden keine Fettfarbe im Großgefieder erscheint, ist im Falle einer nun beabsichtigten oder unbeabsichtigten Farbfütterung Fettfarbe sichtbar, die jedoch generell und sehr deutlich von der Federspitze abgedrängt ist. Sinnbildlich für die Abdrängung der Fettfarbe aus dem Sichtbild steht der Begriff "kreidig", welcher oft fehlinterpretiert wird. 

Der Typ II. oder Hahnentyp

 

Allgemein werden bei den Mosaikkanarien deutlich abgegrenzte Fettbarbareale an Kopf, Schultern, Bürzel und Brust verlangt.

Beim Typ II. - dem sogenannten Hahnentyp - ist das Kopfareal als Maske ausgebildet. Diese Maske - die oft mit der Maske des Stieglitz verglichen wird - soll deutlich abgegrenzt und in sich geschlossen sein und nicht zu stark auslaufen. Die Augen sollen innerhalb der Maske liegen. Die übrigen Farbareale - wie Schultern, Bürzel und Brust - sind etwas größer als beim Typ I. Auch hier gilt die klare Forderung nach einer deutlichen Abgrenzung, wobei die Areale nicht zu stark auslaufen dürfen. Die übrigen Gefiederbereiche sollten ohne jeglichen Fettfarbanflug sein.

 

 

Die ideale Maske ist in ihren Umrissen klar abgegrenzt und in sich allseits geschlossen. Sie läuft hinter dem Auge spitz aus. Die Augen liegen innerhalb der Maske.   Wie bei allen Farbarealen der Mosaiktypen, soll auch die Farbe der Maske einheitlich und so intensiv wie möglich sein.  

 

Wie bei allen Farbarealen der Mosaiktypen, ist auch der  Auslauf der Maske als Fehler anzusehen.  Im wesentlichen ist ein leichter Auslauf hinter dem Auge zu tolerieren, lediglich ein Auslauf bis in die Wangengegend ist mit Punktabzug zu bewerten. Begünstigt wird der hintere Auslauf der Maske auch durch eventuell vorhandene Fasanenohren, wodurch der untere farbige Teil der Feder hervortritt.

 

Neben den sogenannten geteilten Masken, ist der Auslauf der Maske in der Kehlpartie als deutlicher Fehler anzusehen.  Die geforderte deutliche Trennung zwischen Maske und Brustareal ist stark verschwommen bis nicht vorhanden.    Nicht klar abgegrenzte Farbareale gehören durchaus zu den groben Fehlern.

 

Die geteilte Maske ist, ebenso wie deutlich auslaufende Farbareale, als grober Fehler zu werten.

Im wesentlichen entsteht die Teilung durch sich gesamt zurückziehende Farbareale, bei denen die Farbe - wie im übrigen kreidigen Gefieder - zum unteren Teil der Feder abgedrängt wird.

Wesentlich häufiger als die Teilung im Kehlbereich ist die Teilung der Maske im Stirnbereich.

Die Teilung kann sowohl als Ansatz vorhanden sein, als auch als deutlicher durchlaufender Keil bis zum oberen Schnabelansatz.

 

Beispiel für eine intensive sehr gute Maske bei einem satinet-rot-mosaik TYP II.

Bei diesem gelb-mosaik Typ II. ist zwar die Intensität innerhalb der Areale als „gut“ zu bezeichnen, dennoch weist er deutliche Mängel auf.

Zum einen ist die Abgrenzung bzw. der Umriss der Areale nicht klar und deutlich und zum anderen hat er deutlich auslaufende Areale(Flügel, Schwanz, Kehle/Wange) und an der Schnabelwurzel fettfarbfreie Bereiche.

 

 

Bild aus dem Standard der FOI (www.foi.it)

     große klar abgegrenzte Maske mit hoch intensiver Ausfärbung
     klares Schulteraeal mit hoch intensiver Ausfärbung
     keine Fettfarbe außerhalb der Areale

 

Federstudien eines Rot-Mosaik Typ II.  Schauvogel aus der Zucht von L.Manfredini

Feder aus dem Bürzelbereich – die Fettfarbe reicht fast bis zur Spitze der Feder

Feder aus dem mittleren Brustbereich – die Fettfarbe ist von der Federspitze abgedrängt bleibt jedoch im Gesamtbild deutlich sichtbar.

 

 

Federn aus dem Stirnbereich – die Fettfarbe reicht bis in die Spitze der Feder und sorgt so für eine intensive Maske.

 

 

Feder aus dem Rückenbereich – die Fettfarbe ist deutlich von der Federspitze abgedrängt und konzentriert sich lediglich in einem kleinen Teilbereich. Im Gesamtbild ist im Rückenbereich keine Fettfarbe sichtbar.

 

Feder aus dem Schulterbereich – die Fettfarbe reicht bis in die Spitze der Feder und sorgt so für ein „intensives“ Bild des Schulterareals

 

 

Der Typ I. oder Hennentyp

Wie beim Typ II. werden auch vom Typ I. deutlich abgegrenzte Fettbarbareale an Kopf, Schultern, Bürzel und Brust verlangt.

Beim Typ I. - dem sogenannten Hennentyp - ist anstelle einer Maske lediglich ein Augenstreifen ausgebildet. Dieser Augenstreifen sollte als „Hinteraugenstreifen“  als deutlich erkennbares „Dreieck“ hinter dem Auge sitzen. Dieser „Hinteraugenstreifen“ steht also im direkten Gegensatz zum früher einmal geforderten „Überaugenstreifen“.

Ein leichtes Auslaufen über das Auge sollte toleriert werden.

Die übrigen Farbareale - wie Schultern, Bürzel und Brust - sind etwas kleiner als beim Typ II. Auch hier gilt die klare Forderung nach einer deutlichen Abgrenzung, wobei die Areale nicht zu stark auslaufen dürfen, ebenso aber deutlich sichtbar sein müssen (Stichwort: kein sichtbarer Augenstreifen !). Die übrigen Gefiederbereiche sollten ohne jeglichen Fettfarbanflug sein.

Der ideale Augenstreifen – als markantest „Dreieck“ hinter dem Auge.

Ausdehnung des Augenstreifens über das Auge hinweg.

Bildung einer Maske bzw. deutliche Ausdehnung des Areals zum Schnabel.

Ideale Ausprägung des Augenstreifens.

Die Fettfarbe umschließt das komplette Auge und fließt um den Schnabel herum zur Maskenbildung.

 

 

 

Satinet-gelb-mosaik Typ I.

Während die Fettfarbe innerhalb der Areale intensiv ist und sich damit die Areale markant zeigen, muß man dennoch das Auslaufen des Augenstreifens und die erhöhte Fettfarbeinlagerung im Großgefieder erwähnen.